Die perfekte Nassrasur mit dem Rasierhobel

Eine gute Rasur, also die Glattrasur, benötigt wie alles, was gelingen soll, etwas Vorbereitung. Dazu wird das Gesicht bzw. der Bereich, der rasiert werden soll, mit möglichst warmem Wasser befeuchtet.

Das Einweichen der Barthaare mit warmem Wasser ist der erste Schritt bei der Nassrasur und die Wirkung sollte nicht unterschätzt werden. Zudem sollte man gegebenenfalls auch darauf achten, die Barthaare mit möglichst warmem Wasser von Creme- oder Fettrückständen zu befreien, die die Rasur beeinträchtigen könnten.

Das vorbereitende Einweichen der Barthaare mit einem nassen und (fast) heißen Tuch hat sich hier bewährt.

 

Vor der Nassrasur Barthaare gut einweichen und einschäumen

Anschließend wird mit einem Pinsel das Gesicht gründlich eingeschäumt. Dabei gilt, je länger und gründlicher der Bart eingeschäumt wird, umso gründlicher und schonender ist später die eigentliche Nassrasur mit dem Rasierhobel.

Rasierhobel-Test - SMAGREHO Metall RasiersetZwei Dinge sollen mit der Vorbereitung erreicht werden: Durch das Befeuchten des Rasurbereichs mit warmem Wasser werden die Follikel erweitert, wodurch die Haare etwas weiter hervortreten. Das hat den Effekt, dass bei der Nassrasur mit dem Rasierhobel die Barthaare weiter unten erfasst werden können.

Durch das Verwenden einer stark rückfettenden Rasiercreme oder Rasierseife kann die sehr scharfe Klinge des Rasierhobels zudem leichter über die Haut gleiten und die Barthaare besonders schonend entfernen, was zudem eine äußerst gründliche Rasur ermöglicht.

Das gründliche Einschäumen des Gesichts ist genauso wichtig für die Güte der Nassrasur wie der eigentliche Rasiervorgang mit dem Rasierhobel. Wie wir gesehen haben, gleitet die Klinge besser über die Haut und die eingeweichten Barthaare, wenn alles gut eingeschäumt wurde. Aber auch Reizungen, kleinere Schnittverletzungen und Rasurpickel werden vermieden.

Echte Profis schäumen das Gesicht in zwei Schritten ein. Vor dem eigentlichen Einschäumen wird mit dem Pinsel eine kleinere Menge Rasierseife mit kreisenden Bewegungen in die Gesichtshaut einmassiert, bis die Rasierzone bedeckt ist. Das Ganze läßt man nun einige Minuten einwirken. Danach erneut Rasierseife mit dem Rasierpinsel aufschäumen und die Rasierzone abermals einschäumen. Nun ist alles perfekt für eine Nassrasur bzw. die Glattrasur vorbereitet.

 

Rasierseife, Rasierschaum oder Rasiercreme für Nassrasur?

Zur Nassrasur mit dem Rasierhobel gehört also zwingend immer etwas zum Einschäumen, bevor rasiert werden kann. Der Anfänger kann hier durchaus erst einmal mit einem herkömmlichen Rasierschaum oder Rasiergel aus der Dose beginnen. Doch früher oder später wird man zu der Erkenntnis kommen, dass der mit dem Rasierpinsel aufgeschlagene Schaum einer Rasierseife nicht nur mehr Stil hat, sondern einfach auch besser als Rasurvorbereitung ist.

Wichtig ist für den Anfänger bei der Nassrasur mit dem Rasierhobel, sich erst einmal genügend Zeit zu nehmen für das Einschäumen, damit der Rasierhobel fast ohne Widerstand und sehr leicht über die Rasierzone gleiten kann. Denn weiche Haare werden nicht nur leichter vom Rasierhobel abgeschnitten, die Klinge bleibt so auch viel länger scharf.

Natürlich kann man auch neben der Rasierseife auch Rasierschaum oder eine Rasiercreme benutzen. Wichtig ist aber in jedem Fall das gründliche Einschäumen. Alles andere ist wie so oft auch eine Geschmackssache. Rasierschaum und Rasiergel (aus der Dose) sind schnell anzuwenden, weil sie fertig aus der Dose kommen. Der Nachteil ist, dass durch die kürzere Einweichzeit der Einweichprozess insgesamt auch weniger gründlich ist. D.h. der Rasierhobel wird hier auch nicht so leicht über die Rasierzone gleiten. Demgegenüber muss bei Rasierseife und Rasiercreme der Schaum erst noch mit einem Rasierpinsel aufgeschlagen werden.

Keine Frage, wer die traditionelle Nassrasur schätzt, wird selbstverständlich Rasierseife und Rasiercreme benutzen und den Schaum mit einem Rasierpinsel in einer Rasierschale aufschlagen. Für die Anhänger der traditionellen Nassrasur ist das nicht nur eine Geschmacksfrage, sondern Ausdruck besonderen und guten Stils.

 

Mit dem Rasierpinsel gelingt der beste Schaum

Am besten gelingt ein perfekter Rasierschaum aus Rasiercreme oder Rasierseife, aufgeschlagen mit einem hochwertigen Rasierpinsel aus Dachshaar oder Silberspitz. Eine gute Haarqualität ist sehr wichtig, denn sie schlägt besonders leicht einen feinporigen Schaum. Ein feinporiger Schaum vereinfacht die Nassrasur mit dem Rasierhobel enorm. Dabei verwendet man am besten auch eine Rasierschale, in der mit dem hochwertigen Rasierpinsel der Schaum besonders gut aufgeschlagen werden kann.

Übrigens ist es mit einer Rasiercreme leichter als mit einer Rasierseife, den Schaum aufzuschlagen. Der so mit dem Rasierpinsel aufgeschlagene perfekte Schaum für die Nassrasur wird dann entweder von Hand oder mit dem Rasierpinsel auf das Gesicht aufgetragen und einmassiert, um das Barthaar optimal auf die Rasur mit dem Rasierhobel vorzubereiten.

 

Die Nassrasur bzw. Glattrasur mit dem Rasierhobel

Nachdem die Rasierzone eingeschäumt wurde, kann mit der eigentlichen Nassrasur mit dem Rasierhobel begonnen werden. Jeder entwickelt hier mit der Zeit eine eigene Routine bzw. Reihenfolge. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, mit den Wangen zu beginnen, in dem man die Haut mit den Fingern straff zieht. Mit dem Rasierhobel ziehst man nun langsam nach unten mit dem Strich über das Barthaar, dann über das Kinn und den Hals. Schon mit dem jeweils ersten Zug werden die meisten Haare abgeschnitten.

Bei Bedarf geht man einfach mehrfach über die gleiche Stelle. Wichtig ist, dass die Haut dann noch feucht ist. Für die Feinheiten bei der Nassrasur rund um den Mund sind mehr und kleinere Züge zu empfehlen und gegebenenfalls muss mehrfach etwas Schaum aufgetragen werden.

An den Lippen muss man vorsichtig rasieren, weil hier die Haut sehr dünn ist. Besonders an der Unterlippe besteht die Gefahr eines Schnittes, wenn man hier allzu forsch vorgeht. Hat man die nötige Erfahrung bei der Nassrasur gesammelt, kann man sich ein zweites Mal einschäumen und einmal auch gegen den Strich rasieren. Das gibt dann die glatteste Rasur, die möglich ist.

Nach jeweils ein paar Zügen, vielleicht alle zwei bis drei Züge, wird der Rasierhobel einfach unter fließendem Heißwasser aus- bzw. abgespült. Im Gegensatz zum Systemrasierer bleibt hier nichts hängen, und nichts verstopft, da alle Haare sich durch die großen Öffnungen unter der Klinge leicht ausspülen lassen.

 

Der richtige Winkel ist entscheidend

Beim Rasieren mit den Rasierhobel ist der Winkel entscheidend, mit dem dieser angesetzt wird. Zwischen Rasierklinge und Haut sollte etwa ein Winkel von 20 bis 30 Grad bestehen. Bei heutigen Rasierhobeln ist der Winkel eigentlich durch die Ausführung des Hobelkopfes bereits vorgegeben. Mit etwas Übung hat man ansonsten den richtigen Bewegungsablauf und die richtige Haltung des Rasierhobels schnell drauf.

Das Wichtigste bei der Nassrasur mit dem Rasierhobel ist, dass man niemals mit zuviel Druck rasiert. Denn ist der Druck dabei zu groß, wird die Haut zu stark gereizt. Stärkerer Druck ist auch überhaupt nicht nötig, denn das Eigengewicht des Rasierhobels reicht aus, um leicht für eine gründliche über das Gesicht zu gleiten, wenn zuvor gründlich eingeschäumt wurde. Es reicht völlig aus, wenn der Rasierhobel bei der Nassrasur mit der Rasierklinge leicht über die Haut gleitet.

Ist die Rasierklinge scharf genug, wird das Barthaar fast direkt am Haaransatz abgeschnitten. Durch mehr Druck wird die Rasur mit dem Rasierhobel keineswegs gründlicher, aber man erhöht auf jeden Fall das Risiko, sich zu verletzen.

 

Die Rasur mit dem Rasierhobel schont die Haut

Beherzigt man diese Anleitung, ist es ein Irrglaube, dass die Nassrasur mit dem Rasierhobel die Haut übermäßig strapaziert. Ganz im Gegenteil, die Rasur mit dem Rasierhobel ist viel hautschonender als zum Beispiel die mit einem Systemrasierer, der das Barthaar nicht wirklich abschneidet, sondern eher abschabt und mit seinen vielen Klingen im Klingenkopf die Haut vielfach reizt.

Hat man etwas Übung im Umgang mit dem Rasierhobel, dann liegt die Rasierklinge des Rasierhobels lediglich leicht auf und gleitet sanft wie ein Hauch über das Gesicht. Dabei werden bei der Nassrasur mit dem Rasierhobel keineswegs Hautreizungen, Schmerzen oder gar Verletzungen verursacht.

Erfahrungsgemäß treten nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung kaum Verletzungen bei der Verwendung eines Rasierhobels auf.

 

Nach der Nassrasur ist etwas Pflege nötig

Nach der Rasur mit dem Rasierhobel ist etwas Pflege der nun glatten aber strapazierten Haut nötig. Ist die Rasur so wie gewünscht erfolgt, werden die Reste des Rasierschaums mit kaltem Wasser abgewaschen, dadurch werden die Hautporen wieder geschlossen. Anschließend wird das Gesicht mit einem weichen Handtuch abgetupft, bis es trocken ist. Tupfen ist hier richtig und nicht etwa reiben, denn Reibung würde die Haut unnötig reizen.

Ein antibakterielles und pflegendes Rasierwasser beruhigt nach der Nassrasur die Haut und verhindert, dass sich Keime in möglichen Mikro-Verletzungen einnisten können. Wer besonders sensible Haut hat, wird hier am besten ein After Shave Balsam verwenden. Sollte sehr empfindliche Haut dies erforderlich machen, kann dann nach ein paar Minuten noch eine Creme aufgetragen werden.